Tomate

Solanum lycopersicum

Die Tomate (Solanum lycopersicum) ist ein wärmeliebendes, starkzehrendes Fruchtgemüse aus der Familie der Nachtschattengewächse. Sie gedeiht in Erde, Kokos und allen Hydrosystemen und trägt über viele Wochen – ideal für Einsteiger wie Profis.

Aktualisiert:

Wichtige Hinweise

Blätter, Stängel, grüne Früchte: Alle grünen Teile (Blätter, Stängel, unreife Früchte) enthalten Solanin/Tomatin und sind leicht giftig — auch für Katzen und Hunde. Nur die reife Frucht ist essbar.

Licht

Vollsonnig: 14–16 Stunden Licht pro Tag in der Anzucht, später mindestens 6–8 Stunden direkte Sonne. Unter Kunstlicht je nach Phase 200–600 µmol/m²/s (PPFD).

Gießen

Gleichmäßig feucht halten – Schwankungen zwischen trocken und nass verursachen Blütenendfäule und aufgeplatzte Früchte. In Erde alle 2–3 Tage durchdringend wässern, in Kokos täglich, in Hydro zirkuliert die Nährlösung permanent.

Temperatur

Optimal 20–26 °C am Tag, nachts nicht unter 15 °C. Unter 10 °C stoppt das Wachstum, über 32 °C fällt die Blüte ab und die Bestäubung leidet.

Luftfeuchte

Jung 65–75 %, zur Blüte und Fruchtbildung auf 50–60 % senken. Zu hohe Luftfeuchte fördert Pilzkrankheiten und behindert die Selbstbestäubung.

Sollwerte je Anzuchtart & Phase

Hydro
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.5–6.5 1.8–2.2 18–22 20–25 60–70 16 30
Blüte 5.8–6.3 2.5–3.5 18–22 22–26 50–65 14 30
Keimung 5.8–6.2 0.5–0.8 22–24 22–26 75–85 16 7
Sämling 5.8–6.2 0.8–1.2 20–22 20–25 65–75 16 14
Frucht 5.8–6.3 3–4 18–22 22–26 50–60 12 45
Ernte 5.8–6.3 2–3 18–22 20–24 50–60 12 30
Erde
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 6–6.8 1.5–2 18–26 55–70 16 35
Blüte 6.2–6.8 2–2.8 20–28 45–65 14 30
Keimung 6–6.6 0.8–1.2 22–26 75–85 16 7
Sämling 6–6.8 1–1.5 20–25 65–75 16 14
Frucht 6.2–6.8 2.2–3 20–28 45–60 12 45
Ernte 6.2–6.8 1.8–2.5 18–26 45–60 12 30
Kokos
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Keimung 5.8–6.2 0.6–1 21–24 22–26 75–85 16 7
Sämling 5.8–6.2 1–1.4 19–22 20–25 65–75 16 14
Wachstum 5.8–6.2 1.8–2.2 18–22 20–25 58–68 16 32
Blüte 5.8–6.3 2.4–3.2 18–22 22–26 50–62 14 30
Frucht 5.8–6.3 2.8–3.6 18–22 22–26 48–58 12 45
Ernte 5.8–6.3 2–2.8 18–22 20–24 48–58 12 30

Häufige Probleme

Blütenendfäule (Calcium-/Wassermangel), Kraut- und Braunfäule (Phytophthora), Weiße Fliege, Blattläuse und Spinnmilben. Vorbeugen durch luftige Pflanzung, gleichmäßiges Gießen und Entfernen der unteren Blätter.

Platz & Größe

Endhöhe
180 cm
Endbreite
60 cm
Pflanzabstand
60 cm
Wurzeltiefe
40 cm
Min. Topfvolumen (Hydro)
≥ 11 L
Min. Topfvolumen (Erde)
≥ 15 L
Min. Topfvolumen (Kokos)
≥ 11 L

Schädlinge & Krankheiten

Schädling / Krankheit Symptom Bio-Behandlung
Weiße Fliege weiße Fliegen, Honigtau Gelbtafeln, Nützlinge, Neem
Tomatenrostmilbe bronzefarbene Stängel, welkende Blätter Raubmilben, Schwefel
Kraut- und Braunfäule braune Flecken an Blättern und Früchten trocken halten, Abstand, befallenes entfernen
Blütenendfäule schwarzer Fleck am Fruchtboden gleichmäßig gießen, Kalzium

Essbare Teile

  • Früchte · essbar ab Frucht — nur reif

Ertragstechniken

Stabtomaten eintriebig ziehen: Geiztriebe in den Blattachseln regelmäßig ausbrechen, Haupttrieb anbinden, nach 5–7 Rispen die Spitze kappen. Buschtomaten brauchen kein Ausgeizen.

Vermehrung & Bestäubung

Methode
seed
Keimdauer
8 Tage
Keimtemperatur
20-25 °C
Saattiefe
0.5 cm
Bestäubung
self
Handbestäubung nötig
ja

Geiztriebe lassen sich als Stecklinge bewurzeln

Mischkultur

🟢 Gute Nachbarn: Basilikum, Koriander, Salbei, Grüne Minze, Estragon, Zitronengras, Echte Katzenminze

🔴 Schlechte Nachbarn: Garten-Erdbeere

Schlechte Nachbarn: Fenchel, Kartoffel, Erbse. Gute Nachbarn zusätzlich: Möhre, Petersilie, Tagetes.

Geschmack

süß-säuerlich, saftig

Lagerung

Bei Raumtemperatur lagern, nicht im Kühlschrank — sonst leidet das Aroma.

Geschichte

Die Tomate stammt aus den Anden Südamerikas und kam im 16. Jahrhundert nach Europa, wo sie zunächst als Zierpflanze galt. Heute ist sie weltweit das meistangebaute Fruchtgemüse.

Nährwerte

Reich an Vitamin C, Kalium und dem Antioxidans Lycopin (besonders in gekochter Form).

Techniken

Quellen

Florabase

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