Salbei

Salvia officinalis

Echter Salbei ist ein mehrjähriger, immergrüner Halbstrauch aus dem Mittelmeerraum mit graugrünen, samtigen Blättern und warm-würzigem Aroma. Er liebt Sonne und durchlässigen Boden, ist trockenheitsverträglich und winterhart — ein dankbares, pflegeleichtes Küchenkraut.

Aktualisiert:
Ausgewachsene Salbeipflanze mit graugrünem Laub und violetten Blüten im Beet

Wichtige Hinweise

große Mengen / Heiltee / Schwangerschaft & Stillzeit: Salbei enthält Thujon. In Speisemengen unbedenklich, aber große Mengen oder konzentrierter Heiltee können schaden; in Schwangerschaft und Stillzeit medizinische Mengen meiden (Thujon kann die Milchbildung senken). EMA-Richtwert: max. 5 mg Thujon/Tag.

ätherisches Salbeiöl: Die Pflanze und das getrocknete Kraut sind laut ASPCA ungiftig für Katzen, Hunde und Pferde. Konzentriertes ätherisches Salbeiöl ist jedoch giftig für Katzen — sie können die Phenole nicht abbauen.

Licht

Volle Sonne, mindestens 6 Stunden täglich. Drinnen ein heller Südfensterplatz oder LED-Pflanzenlicht 12–16 Stunden.

Gießen

Mäßig gießen und die Erde zwischen den Wassergaben antrocknen lassen. Etablierter Salbei ist trockenheitstolerant — Staunässe ist der häufigste Killer.

Temperatur

Wohlfühlbereich 15–24 °C. Winterhart bis etwa −15 °C; im Topf vor Winternässe schützen.

Luftfeuchte

Mag eher trockene Luft (40–60 %). Hohe Luftfeuchte und schlechte Zirkulation begünstigen Mehltau.

Sollwerte je Anzuchtart & Phase

Erde
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Keimung 6–7 15–21 50–65 14 21
Wachstum 6–7 15–24 40–60 14 90
DWC
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.5–6.5 1–1.6 18–22 18–24 40–60 14 90
Kratky
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.5–6.5 1–1.6 18–22 18–24 40–60 14 90

Häufige Probleme

Mehltau bei Schatten und Feuchte, Wurzelfäule bei Staunässe, Spinnmilben in trockener Zimmerluft. Vergreiste, holzige Pflanzen im Frühjahr kräftig zurückschneiden.

Platz & Größe

Endhöhe
60 cm
Endbreite
60 cm
Pflanzabstand
45 cm
Wurzeltiefe
30 cm
Min. Topfvolumen (Erde)
≥ 5 L
Min. Topfvolumen (DWC)
≥ 5 L
Min. Topfvolumen (Kratky)
≥ 5 L

Schädlinge & Krankheiten

Schädling / Krankheit Symptom Bio-Behandlung
Spinnmilben grauer Schleier auf den Blättern, feine Gespinste mit Wasser abspritzen, Schmierseifenlösung, Luftfeuchte erhöhen
Schnecken Fraßlöcher an jungen Blättern absammeln, Schneckenkorn, trockene Barriere
Echter Mehltau weißer mehliger Belag auf Blättern, oft bei Schatten/Feuchte Luftzirkulation verbessern, befallene Triebe entfernen, sonniger stellen
Wurzelfäule welke, gelbe Pflanze bei Staunässe durchlässiges Substrat, weniger gießen, nicht überwässern

Essbare Teile

  • Blätter · essbar ab Wachstum — Haupterntegut, frisch oder getrocknet
  • Blüten · essbar ab Blüte — essbar, mild-würzig, als Deko

Ertragstechniken

Regelmäßig die Triebspitzen ernten oder zurückschneiden hält den Salbei buschig und verhindert Verholzen. Blütenstände nach der Blüte abschneiden.

Vermehrung & Bestäubung

Methode
seed
Keimdauer
21 Tage
Keimtemperatur
15-21 °C
Saattiefe
0.3 cm
Bestäubung
cross
Handbestäubung nötig
nein

Lichtkeimer — nur andrücken; auch leicht über Stecklinge im Frühsommer vermehrbar

Mischkultur

🟢 Gute Nachbarn: Tomate, Garten-Erdbeere, Thymian, Rosmarin, Lorbeer

Nicht verknüpft: Brassica oleracea var. capitata, Daucus carota, Cucumis sativus, Foeniculum vulgare, Allium cepa

Geschmack

warm, erdig, leicht pfeffrig-bitter

Lagerung

frisch im Kühlschrank wenige Tage; getrocknet luftdicht über ein Jahr aromatisch

Geschichte

Salbei stammt aus Südeuropa und dem östlichen Mittelmeerraum und galt schon in der Antike als Heilpflanze — der Name leitet sich vom lateinischen „salvare" (heilen) ab. Ab dem 16. Jahrhundert wanderte er von der Apotheke in die Küche.

Nährwerte

Reich an Vitamin K, dazu etwas Vitamin A und B6 sowie Kalzium, Eisen, Magnesium und Zink. Wird wegen des Thujongehalts in kleinen Mengen verwendet.

Quellen

Florabase

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