Grüne Minze

Mentha spicata

Grüne Minze (Mentha spicata) ist die klassische Küchenminze — süßer und milder als Pfefferminze, mit wenig Menthol. Sie ist extrem pflegeleicht, winterhart und wächst rasant. Achtung: Sie wuchert über unterirdische Ausläufer und gehört darum in Topf oder Kiste.

Aktualisiert:
Frische Grüne Minze – dichtes Laub mit gezähnten, frischgrünen Blättern

Wichtige Hinweise

Verzehr größerer Mengen durch Haustiere: Laut ASPCA für Katzen, Hunde und Pferde giftig — die ätherischen Öle können bei größeren Mengen Erbrechen und Durchfall auslösen. Für Menschen ist Grüne Minze unbedenklich.

ins Freiland/Beet gepflanzt: Grüne Minze bildet unterirdische Ausläufer (Rhizome) und überwuchert schnell ganze Beete. Immer in Topf oder Kiste halten — oder den Topf eingegraben als Wurzelsperre nutzen.

Licht

Halbschatten bis volle Sonne; am aromatischsten in der Sonne. Drinnen ein heller Platz, pralle Mittagssonne hinter Glas meiden.

Gießen

Mag gleichmäßig feuchte Erde, verträgt aber keine Staunässe. Im Sommer und im Topf öfter gießen — Oberfläche antrocknen lassen, dann durchdringend wässern.

Temperatur

Wächst bei 15–26 °C am besten; sehr winterhart (übersteht starken Frost und treibt im Frühjahr neu aus).

Luftfeuchte

Normale Raum-/Außenluftfeuchte (50–65 %) reicht. Sehr trockene Luft fördert Spinnmilben.

Sollwerte je Anzuchtart & Phase

Erde
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Keimung 6–7 18–24 60–70 14 14
Wachstum 6–7 15–26 50–65 14 60
DWC
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.8–6.2 1.6–2.4 18–22 18–24 50–65 14 50
NFT
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.8–6.2 1.6–2.2 18–22 18–24 50–65 14 50

Häufige Probleme

Wuchert und verdrängt Nachbarn (in Töpfen halten). Minzrost (orange Pusteln) und Mehltau bei zu dichtem, feuchtem Stand. Spinnmilben bei trockener Heizungsluft. Vergeilt (lange, dünne Triebe) bei zu wenig Licht.

Platz & Größe

Endhöhe
60 cm
Endbreite
60 cm
Pflanzabstand
30 cm
Wurzeltiefe
20 cm
Min. Topfvolumen (Erde)
≥ 5 L
Min. Topfvolumen (DWC)
≥ 4 L

Schädlinge & Krankheiten

Schädling / Krankheit Symptom Bio-Behandlung
Blattläuse klebrige, eingerollte Triebspitzen abspülen, Nützlinge, Neem
Spinnmilben feine Gespinste, gesprenkelte Blätter (bei trockener Luft) Luftfeuchte erhöhen, abbrausen, Raubmilben
Minzblattkäfer Löcherfraß in den Blättern absammeln, Kulturschutznetz
Minzrost orange-braune Pusteln auf der Blattunterseite befallene Triebe entfernen, Luftzirkulation, im Frühjahr bodennah zurückschneiden
Echter Mehltau weißer, mehliger Belag auf den Blättern luftiger stellen, nicht über das Laub gießen

Essbare Teile

  • Blätter · essbar ab Wachstum — Haupterntegut — Tee, Küche, Cocktails
  • Blüten · essbar ab Blüte — essbar als Deko; Blätter werden zur Blüte aber milder

Ertragstechniken

Regelmäßig die Triebspitzen ernten/zurückschneiden — das macht die Pflanze buschig und verhindert frühe Blüte. Zur Blüte werden die Blätter milder; für intensives Aroma vorher ernten. Im Frühjahr bodennah zurückschneiden für frischen, gesunden Austrieb.

Vermehrung & Bestäubung

Methode
cutting
Keimdauer
14 Tage
Keimtemperatur
18-24 °C
Saattiefe
0 cm
Bestäubung
cross
Handbestäubung nötig
nein

Kinderleicht: Stängelstück unter einem Blattknoten schneiden, untere Blätter entfernen, in Wasser stellen — wurzelt in 1–2 Wochen. Auch Teilung der Rhizome. Samen keimen langsam und sind nicht sortenecht.

Mischkultur

🟢 Gute Nachbarn: Tomate

🔴 Schlechte Nachbarn: Petersilie

Nicht verknüpft: Brassica oleracea var. capitata, Pisum sativum, Matricaria chamomilla

Geschmack

süßlich-frisch, grasig, deutlich milder als Pfefferminze (wenig Menthol)

Lagerung

Im Kühlschrank: Stiele in ein Glas Wasser oder in feuchtes Küchenpapier. Lässt sich gut trocknen oder einfrieren.

Geschichte

Minze ist uralt: Schon Griechen und Römer würzten und reinigten damit. Der Gattungsname geht auf die Nymphe Minthe zurück. Grüne Minze ist die klassische Minze für Minzsoße, Tee und Mojito.

Nährwerte

Kalorienarm, liefert etwas Vitamin A und C sowie Mineralstoffe; traditionell verdauungsfördernd.

Quellen

Florabase

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