Estragon

Artemisia dracunculus

Estragon (Artemisia dracunculus) ist das feine Anis-Kraut der französischen Küche. Der aromatische Französische Estragon ist steril und wird nur über Stecklinge vermehrt. Er mag es sonnig, mager und vor allem gut drainiert — Nässe ist sein größter Feind.

Aktualisiert:
Estragon-Pflanze mit schmalen, lanzettlichen grünen Blättern

Wichtige Hinweise

Verzehr größerer Mengen durch Haustiere: Laut ASPCA für Katzen, Hunde und Pferde giftig — die ätherischen Öle können Erbrechen und Durchfall auslösen, bei wiederholtem Verzehr auch die Leber belasten.

medizinische/große Mengen, Schwangerschaft: Estragon enthält Estragol (und etwas Thujon). In der Küche unbedenklich — konzentriertes Estragonöl oder sehr große/medizinische Mengen sowie große Mengen in der Schwangerschaft sollte man meiden.

Licht

Volle Sonne, warm und windgeschützt — das gibt das stärkste Aroma. Drinnen der hellste Platz.

Gießen

Mäßig gießen und die Erde zwischendurch abtrocknen lassen. Lieber zu trocken als zu nass — Staunässe führt schnell zu Wurzelfäule.

Temperatur

Wächst bei 18–26 °C am besten; winterhart, zieht im Winter ein und treibt im Frühjahr neu aus. Französischer Estragon mag im kalten Winter etwas Schutz.

Luftfeuchte

Eher trockene bis normale Luft (40–60 %). Keine schwüle, stehende Luft.

Sollwerte je Anzuchtart & Phase

Erde
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 6.5–7 18–26 40–60 14 90
DWC
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.8–6.5 1–1.8 18–22 18–24 40–60 14 70
NFT
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
Wachstum 5.8–6.5 1–1.8 18–22 18–24 40–60 14 70

Häufige Probleme

Wurzelfäule durch zu viel Wasser oder zu reiche Erde ist das Hauptproblem. Bei zu viel Dünger wird die Pflanze sparrig und aromaärmer. Lässt im Aroma nach, wenn man die Pflanze nicht alle 2–3 Jahre teilt.

Platz & Größe

Endhöhe
75 cm
Endbreite
40 cm
Pflanzabstand
45 cm
Wurzeltiefe
30 cm
Min. Topfvolumen (Erde)
≥ 5 L
Min. Topfvolumen (DWC)
≥ 4 L

Schädlinge & Krankheiten

Schädling / Krankheit Symptom Bio-Behandlung
Blattläuse klebrige, verkrüppelte Triebspitzen abspülen, Nützlinge, Neem
Weiße Fliege weiße Fliegen unter den Blättern, klebriger Belag Gelbtafeln, Nützlinge
Wurzelfäule welke, gelbe Triebe bei nassem Boden weniger gießen, für sehr gute Drainage sorgen — Estragon hasst Nässe
Echter Mehltau weißer Belag auf den Blättern luftiger stellen, nicht über das Laub gießen

Essbare Teile

  • Blätter · essbar ab Wachstum — Haupterntegut — frisch verwenden, das Aroma geht beim Trocknen verloren

Ertragstechniken

Regelmäßig die Triebspitzen ernten — das hält die Pflanze buschig. Mager und trocken halten für intensives Aroma. Alle 2–3 Jahre im Frühjahr teilen und neu setzen; aus den Trieben lassen sich leicht Stecklinge ziehen.

Vermehrung & Bestäubung

Methode
cutting
Keimdauer
21 Tage
Keimtemperatur
15-20 °C
Saattiefe
0 cm
Bestäubung
none
Handbestäubung nötig
nein

Wichtig: Französischer Estragon ist STERIL — nur über Stecklinge oder Teilung im Frühjahr vermehrbar. Wird Saatgut angeboten, ist es Russischer Estragon (winterhärter, aber deutlich schwächeres Aroma). Alle 2–3 Jahre teilen hält die Pflanze vital.

Mischkultur

🟢 Gute Nachbarn: Tomate

Nicht verknüpft: Solanum melongena, Capsicum annuum

Geschmack

fein anis-/lakritzartig, süßlich mit leichter Pfeffrigkeit

Lagerung

Im Kühlschrank in feuchtem Küchenpapier; friert gut ein. Frisch verwenden — getrocknet verliert er stark an Aroma.

Geschichte

Der Name 'dracunculus' heißt 'kleiner Drache' — wegen der schlangenartigen Wurzeln, denen man früher Heilkraft gegen Bisse nachsagte. Heute ist Estragon ein Klassiker der französischen Küche: in den Fines Herbes, in Sauce Béarnaise und in Estragon-Essig.

Nährwerte

Kalorienarm; liefert etwas Vitamin A und Mangan; traditionell appetit- und verdauungsanregend.

Quellen

Florabase

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