Mit Florabase loggst du pH, EC und alle Messwerte — kostenlos für immer.
Kostenlos startenWas ist der pH-Wert?
Der pH-Wert gibt an, wie sauer oder basisch deine Nährlösung ist. Die Skala geht von 0 bis 14 — 7 ist neutral, darunter ist sauer, darüber basisch. In der Hydroponik interessiert dich der Bereich zwischen 5 und 7.
Was viele Einsteiger nicht wissen: Der pH-Wert beeinflusst nicht wie viele Nährstoffe in der Lösung sind — sondern ob die Pflanze sie überhaupt aufnehmen kann. Du kannst die teuersten Dünger kaufen und trotzdem hungernde Pflanzen haben.
Ein Unterschied von 1 pH-Einheit bedeutet 10× mehr Säure oder Base. pH 5 ist also 10× saurer als pH 6 — nicht nur ein bisschen saurer.
Optimaler pH-Wert für Hydroponik
Der goldene Bereich liegt zwischen 5,5 und 6,5. In diesem Fenster sind fast alle Nährstoffe gleichzeitig verfügbar. Außerhalb davon beginnen einzelne Nährstoffe auszufallen oder zu blockieren — selbst wenn sie in der Lösung vorhanden sind.
Als Startpunkt empfehlen wir pH 6,0. Das ist für die meisten Pflanzen optimal und gibt dir Puffer nach beiden Seiten. Kleine natürliche Schwankungen zwischen 5,8 und 6,2 sind völlig normal und sogar wünschenswert.
Blattgemüse (Salat, Spinat): 6,0–7,0 · Tomaten, Paprika: 5,5–6,5 · Kräuter (Basilikum, Minze): 5,5–6,5 · Erdbeeren: 5,5–6,0 · Cannabis: 5,5–6,0
pH-Wert messen
Es gibt drei Methoden — mit sehr unterschiedlicher Genauigkeit:
Teststreifen
Günstig, aber ungenau. Zeigen nur grobe Werte an — für Hydroponik zu unzuverlässig.
Flüssig-Testkit
Besser als Streifen, aber immer noch Farbvergleich. Funktioniert gut als Backup.
Digitales pH-Meter
Die einzig zuverlässige Methode für ernsthaftes Wachsen. Ab ~15€ erhältlich. Regelmäßig kalibrieren.
Ein digitales pH-Meter driftet über Zeit. Kalibriere es mindestens einmal pro Monat mit Kalibrierungslösung pH 4,0 und pH 7,0.
pH-Wert korrigieren
Wenn der pH-Wert außerhalb des optimalen Bereichs liegt, brauchst du pH-Up oder pH-Down Lösungen. Diese bestehen aus verdünnten Säuren oder Basen und sind in jedem Growshop erhältlich.
pH zu hoch (über 6,5) → pH Down
Tropfenweise pH-Down hinzufügen, umrühren, warten, erneut messen. Niemals große Mengen auf einmal — pH-Lösungen sind konzentriert und reagieren schnell.
pH zu niedrig (unter 5,5) → pH Up
Gleiche Vorgehensweise mit pH-Up. Kaliumhydroxid (KOH) ist am gebräuchlichsten und hinterlässt Kalium als Nährstoff in der Lösung.
Pflanzen verbrauchen Nährstoffe unterschiedlich schnell, was den pH verschiebt. Täglich messen ist ideal, mindestens aber alle 2-3 Tage.
Häufige pH-Fehler
Dünger verändern den pH. Immer erst Nährstoffe hinzufügen, dann pH anpassen.
Ein unkalibriertes Meter lügt dich an. Monatliche Kalibrierung ist Pflicht.
Immer in kleinen Schritten korrigieren. Überschießen führt zu pH-Yo-Yo Effekt.
Häufige Fragen
Täglich ist ideal, besonders in den ersten Wochen. Mit Erfahrung reichen 2-3 Mal pro Woche. Bei neuen Pflanzen oder nach Nährstoffwechsel immer häufiger messen.
Gelbe Blätter können viele Ursachen haben, aber pH-Probleme sind einer der häufigsten Gründe bei Hydroponik. Zuerst den pH prüfen, dann EC. Bei pH 5,5–6,5 und normalem EC liegt der Fehler woanders.
Unter pH 5,5 werden Kalzium und Magnesium schwer verfügbar. Die Pflanze zeigt Mängel trotz normaler Düngung: dunkle Flecken, Blattkräuselung, verlangsamtes Wachstum.
Über pH 7,0 fallen Mikronährstoffe wie Eisen, Mangan und Zink aus der Lösung aus. Die Pflanze zeigt Chlorose (Vergilbung zwischen den Blattadern) als erstes Zeichen.
Technisch ja, aber nicht empfohlen. Haushaltsessig enthält organische Säuren die von Bakterien abgebaut werden und den pH wieder ansteigen lassen. pH-Down Lösungen sind stabiler und zuverlässiger.