Grundlagen

EC & TDS in der Hydroponik — Nährstoffstärke verstehen

EC und TDS messen die Konzentration deiner Nährlösung. Zu wenig und deine Pflanzen hungern — zu viel und sie verbrennen.

⏱ 7 Min. Lesezeit Aktualisiert: 2026-05-24
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EC vs. TDS: Was ist der Unterschied?

EC (Electrical Conductivity) misst, wie gut deine Nährlösung elektrischen Strom leitet — je mehr gelöste Mineralien drin sind, desto leitfähiger ist das Wasser. Die Einheit ist mS/cm (Millisiemens pro Zentimeter).

TDS (Total Dissolved Solids) gibt dieselbe Information in ppm (parts per million) an — also wie viele Feststoffe in einem Liter Wasser gelöst sind. Die meisten Messgeräte rechnen EC einfach mit einem Faktor um und zeigen dann ppm an.

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EC und TDS messen dasselbe

Dein Messgerät misst immer EC — TDS in ppm ist nur eine Umrechnung. Je nach Hersteller wird ein Faktor zwischen 0,5 und 0,7 verwendet, weshalb zwei Geräte bei identischer Lösung unterschiedliche ppm-Werte anzeigen können. EC ist die verlässlichere Einheit.

Warum EC wichtiger ist als PPM

EC ist der Industriestandard — und das aus gutem Grund. Während ppm-Werte je nach Umrechnungsfaktor des Herstellers stark variieren, bleibt EC immer konsistent. Ein EC-Wert von 1,8 mS/cm bedeutet auf jedem Gerät dasselbe.

Wenn du Grow-Logs vergleichst, Rezepte aus Foren befolgst oder mit anderen Grower·innen sprichst: Nutze EC. Es spart Verwirrung und verhindert Fehler durch inkompatible Umrechnungen.

Kein einheitlicher PPM-Standard

Hanna-Geräte nutzen Faktor 0,5 (500-Skala), Truncheon-Geräte Faktor 0,7 (700-Skala). 1,0 EC entspricht also entweder 500 oder 700 ppm — je nach Gerät. EC umgeht dieses Problem komplett.

Optimale EC-Werte nach Wachstumsphase

Der Nährstoffbedarf deiner Pflanzen ändert sich je nach Wachstumsphase stark. Setzlinge sind empfindlich und vertragen wenig — in der Blüte brauchen Pflanzen deutlich mehr. Eine grobe Orientierung:

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Setzlinge & Stecklinge: EC 0,8–1,2

Junge Pflanzen haben ein noch unentwickeltes Wurzelsystem. Zu hohe EC-Werte führen zu Nährstoffstress und verbrannten Wurzelspitzen. Start niedrig, langsam steigern.

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Vegetative Phase: EC 1,5–1,8

Im Vegetativwachstum baut die Pflanze Biomasse auf und kann mehr Nährstoffe verarbeiten. Stickstoff (N) ist in dieser Phase besonders wichtig.

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Blüte & Fruchtansatz: EC 2,0–2,5

In der Blüte steigt der Bedarf an Phosphor (P) und Kalium (K). Viele Grower·innen erhöhen EC schrittweise bis auf 2,5 mS/cm. Über 3,0 EC wird es für die meisten Pflanzen zu viel.

EC & TDS richtig messen

Ein günstiges Kombi-Messgerät für EC/TDS/pH reicht für den Einstieg völlig aus. Wichtiger als das Gerät ist die richtige Handhabung:

  • Gerät vor jeder Messung kalibrieren — EC-Kalibrierlösung (1,413 mS/cm) verwenden
  • Elektroden nach dem Messen spülen und trocknen — Ablagerungen verfälschen den Wert
  • Bei Raumtemperatur messen (20–25 °C) — kaltes Wasser zeigt zu niedrige EC-Werte an
  • Ergebnisse regelmäßig aufzeichnen — Trends erkennen, bevor Probleme sichtbar werden
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Temperatur beeinflusst EC

Für je 1 °C Temperaturanstieg steigt die EC um ca. 2 %. Moderne Messgeräte haben eine automatische Temperaturkompensation (ATC) — stelle sicher, dass diese aktiviert ist.

Häufige Fehler bei EC & TDS

Die meisten Nährstoffprobleme in der Hydroponik entstehen nicht durch falsche Produkte, sondern durch unkontrollierte EC-Werte. Das sind die häufigsten Fehler:

Zu hoher EC (Nährstoffbrand): Die Pflanze kann kein Wasser mehr aufnehmen, weil die Konzentration in der Lösung höher ist als in der Pflanze selbst. Symptome: braune Blattspitzen, welke Blätter trotz feuchtem Substrat.

Zu niedriger EC (Nährstoffmangel): Pflanzen wachsen langsam, Blätter vergilben. Häufig passiert das, wenn man vergisst nachzudüngen und der Reservoirstand mit reinem Wasser aufgefüllt wird.

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EC steigt beim Nachfüllen

Pflanzen nehmen mehr Wasser auf als Nährstoffe. Wenn du nur Wasser nachfüllst, steigt die EC im Reservoir automatisch an. Immer EC nach dem Auffüllen prüfen und bei Bedarf mit frischer Nährlösung angleichen.

Häufige Fragen

EC misst die elektrische Leitfähigkeit in mS/cm, TDS zeigt gelöste Feststoffe in ppm. Beide messen dasselbe — dein Gerät misst EC und rechnet es intern in ppm um. Je nach Hersteller wird ein anderer Faktor genutzt (0,5 oder 0,7), was zu unterschiedlichen ppm-Werten bei identischer Lösung führen kann.

Ein universeller Richtwert liegt bei ca. 800 ppm (1,6 EC) für die Vegetativphase. Setzlinge liegen bei 400–600 ppm (0,8–1,2 EC), blühende Pflanzen bei 1000–1250 ppm (2,0–2,5 EC). Die genauen Zielwerte hängen von der Pflanzenart ab.

EC ist herstellerunabhängig und immer konsistent. PPM-Werte können je nach Gerät und Umrechnungsfaktor stark abweichen. Wenn du Rezepte aus Büchern oder Foren nutzt, stelle sicher, dass du weißt, welche ppm-Skala der Autor verwendet hat — oder wechsle einfach zu EC.

Reservoir teilweise leeren und mit pH-korrigiertem Wasser (ohne Nährstoffe) auffüllen, bis der gewünschte EC-Wert erreicht ist. Bei starkem Nährstoffbrand kann ein vollständiger Reservoirwechsel mit frisch angesetzter Nährlösung sinnvoll sein.

In aktiven Wachstumsphasen empfehlen sich tägliche Messungen. Mindestens jedoch bei jedem Nachfüllen des Reservoirs und bei Anzeichen von Nährstoffproblemen (Verfärbungen, Wachstumsstillstand). Wer seine Werte aufzeichnet, erkennt Abweichungen früh.