Amaryllis (Ritterstern)

Hippeastrum

Die Amaryllis (botanisch Hippeastrum) ist die klassische Winterblüherin: Aus einer dicken Zwiebel schiebt sich ein kräftiger Schaft mit riesigen trompetenförmigen Blüten. Pflegeleicht und mehrjährig — mit einer kühlen Ruhephase blüht sie jedes Jahr wieder. Achtung: alle Pflanzenteile sind giftig.

Aktualisiert:
Rot-weiß blühende Amaryllis 'Kolibri'

Wichtige Hinweise

alle Pflanzenteile, Zwiebel am stärksten: Laut ASPCA giftig für Katzen, Hunde und Pferde. Der Wirkstoff Lycorin steckt in allen Teilen, am meisten in der Zwiebel. Symptome: Erbrechen, Speicheln, Durchfall, Zittern. Außer Reichweite von Haustieren halten.

verschluckt; Saft auf Haut: Auch für Menschen giftig beim Verzehr (Lycorin + Calciumoxalat-Kristalle reizen Mund und Magen). Nach dem Umtopfen Hände waschen; von Kleinkindern fernhalten.

Licht

Hell bis vollsonnig. Während Austrieb und Blüte ein helles Fenster; den Schaft regelmäßig drehen, damit er gerade wächst. Im Sommer darf sie nach draußen an einen geschützten Platz.

Gießen

Nach dem Einpflanzen sparsam gießen, bis der Trieb erscheint — dann regelmäßig, sodass die Erde feucht, aber nie nass ist. Den Zwiebelhals immer trocken halten. In der Ruhephase gar nicht gießen.

Temperatur

Antrieb und Blüte bei warmen 21–24 °C. Kühlere Räume (~18 °C) lassen die Blüten länger halten. Ruhephase kühl bei 10–13 °C.

Luftfeuchte

Normale Zimmer-Luftfeuchte (40–60 %) reicht völlig — keine besonderen Ansprüche.

Sollwerte je Anzuchtart & Phase

Erde
Phase pH EC (mS/cm) Wasser °C Luft °C Feuchte % Licht h Dauer (Tage)
care_guide.stages.rooting 6–7 20–24 40–60 12 21
Blüte 6–7 18–24 40–60 12 35
Wachstum 6–7 18–26 40–60 14 150
care_guide.stages.dormancy 6–7 10–13 40–60 0 70

Häufige Probleme

Nur Blätter, keine Blüte (zu wenig Licht oder Ruhephase fehlte), kippender Schaft (zum Licht gedreht — drehen/stützen), faule Zwiebel (zu nass, Hals bedeckt), rote Flecken (Roter Brand).

Platz & Größe

Endhöhe
60 cm
Endbreite
30 cm
Pflanzabstand
30 cm
Wurzeltiefe
20 cm
Min. Topfvolumen (Erde)
≥ 2 L

Schädlinge & Krankheiten

Schädling / Krankheit Symptom Bio-Behandlung
Narzissenfliege weiche, ausgehöhlte Zwiebel, kümmernder Austrieb befallene Zwiebeln entsorgen, trocken lagern
Wollläuse weiße Beläge an Blattbasis mit Alkohol abtupfen, Neem
Spinnmilben / Thripse silbrige Sprenkel, trockene Luft abduschen, Luftfeuchte erhöhen
Rote Brand (Stagonospora) rote Flecken und Streifen an Zwiebel, Blättern und Schaft befallene Teile entfernen, trockener halten, Luftzirkulation
Zwiebelfäule matschige, faulende Zwiebel durch Staunässe weniger gießen, Zwiebelhals frei lassen, frisch topfen

Ertragstechniken

Verblühte Blüten abknipsen, den Schaft aber erst abschneiden, wenn er gelb wird — er füttert die Zwiebel. Den ganzen Sommer die Blätter wachsen und düngen lassen: das lädt die Zwiebel für die nächste Blüte auf. Dann 8–12 Wochen kühl und trocken ruhen lassen.

Vermehrung & Bestäubung

Methode
offset
Keimtemperatur
21-24 °C
Bestäubung
cross
Handbestäubung nötig
ja

Vermehrung über Tochterzwiebeln (Brutzwiebeln) neben der Mutterzwiebel; aus Samen möglich, blüht aber erst nach 3–5 Jahren.

Geschmack

Lagerung

Ruhende Zwiebel kühl (10–13 °C) und trocken lagern, 8–12 Wochen.

Geschichte

Hippeastrum stammt aus dem tropischen und subtropischen Süd- und Mittelamerika. In Europa wird sie seit dem 18. Jahrhundert kultiviert; die großblumigen Hybriden für die Weihnachtsblüte kommen meist aus den Niederlanden und Südafrika. Der Name verwechselt sie oft mit der echten Amaryllis belladonna — botanisch ist sie aber ein Hippeastrum.

Nährwerte

Zierpflanze — nicht essbar und giftig. Keine Pflanzenteile zum Verzehr.

Quellen

Florabase

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